Permoser kennt man – aber wer ist Paul Heermann?

Permoser kennt man – aber wer ist Paul Heermann?

Das mag sich auch manches PARAGONE-Mitglied gefragt haben, als 2022 der Spendenaufruf für den Ankauf von „Saturn und Ops“ erging. Nun konnten wir uns am 14.12.2022 als erste in der Sempergalerie einen Einblick in das Werk des sächsischen Bildhauers verschaffen, der zuletzt von August dem Starken sogar den Status des Hofbildhauers erhielt. In einer Preview zur Sonderausstellung „Triumph des sächsischen Barock. Der Bildhauer Paul Heermann“ anlässlich seines 350. Geburtstags präsentierte uns Frau Dr. Kryza-Gersch die spektakuläre Neuerwerbung  der 140 cm großen Skulpturengruppe „Saturn und Ops“. Mit ihrer Begeisterung für das Objekt, aber auch für das Werk des „sächsischen Bernini“ insgesamt zog sie uns alle in ihren Bann.  Beeindruckend, wie Heermann aus weißem Marmor das römische Götterpaar, die als Regenten des goldenen Zeitalters galten und zugleich auch Sinnbild der glanzvollen augusteischen Epoche in Sachsen sind, gestaltet und wie er die beiden Figuren und ihre Beziehung einfühlsam und ausdrucksstark darstellt.

Beeindruckend darüber hinaus aber auch die in der Ausstellung dokumentierte Bandbreite seines Schaffens, die Vielfalt seiner Ausdrucksformen und verwendeten Materialien: von Buchsbaum, über Elfenbein zu Sandstein und Marmor; von filigranen Miniaturen über (beschädigte) Zwingerfiguren, die allegorischen Büsten „Herbst“ und Winter“, die Leipziger Putti „Rauferei“ und „Züchtigung“ bis hin zu seinem Modell für den „Goldenen Reiter“, der leider nicht mehr zur Ausführung kam.

„Heermann stand zu Unrecht im Schatten von Permoser“:  Diese Einschätzung von Frau Dr. Kryza-Gersch teilt man schnell – auch mit Blick darauf, dass die ebenfalls gezeigte Büste von Kurfürst August dem Starken, eine der bekanntesten Porträts des sächsischen Herrschers, ebenfalls von ihm stammt. Unser herzlicher Dank für die wieder einmal ganz besondere Führung geht an Frau Dr. Kryza–Gersch und an Frank Warkus, durch dessen technischen Einsatz auch Mitglieder in München, Düsseldorf und Jena  live dabei sein konnten!   

Hinweis: Wer die Preview verpasst hat: bis zum 16.04.2023 ist die Ausstellung in der Sempergalerie noch zu sehen.

Ort: Dresden

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